Gitarrenbauer
Gesellschaft

Seine Gitarre, ein Meisterwerk

Der amerikanische Jazzgitarrenbauer Bob Benedetto hat lobende Worte für die INCA Akustik Gitarre übrig. Das Meisterwerk des Gitarrenbaus hat einst Louis Christ aus Wolfertswil entworfen.

Louis Christ ist ein ganz schräger Vogel. Einer, der sich nicht in gängige Normen zwängen und nirgends einordnen lässt. Der (Lebens)-Künstler aus Wolfertswil ist seines Zeichens Pianist, Gitarrist und Kabarettist. Louis de Saint Gall, wie sich der Künstler nennt, baut auch Gitarren. In Form und Art alles andere als gewohnt. Über 50 Gitarren sind in seinem Atelier entstanden. Der findige Gitarrenbauer bringt sogar Weinkisten zum klingen. Vor 16 Jahren entstand die Idee einer eigenen Gitarre. Die Idee verwirklichte er in Zusammenarbeit mit dem Churer Gitarrenbauer Claudio Pagelli. Die schönste Gitarre, die er je gesehen habe, soll der amerikanischen Jazzgitarrenbauer Bob Benedetto einst über die INCA gesagt haben. «Die Akustik Gitarre habe ich in Anlehnung an eine Ritualgegenstand aus der Inkakultur gestaltet, sie stellt einen abstrakten Frauenkörper dar», erläutert Christ, der stolz auf seine Idee ist, einer Idee aus Alpenfichte, Nussbaum und Ahorn. Die INCA war das einzige Projekt mit dem, inzwischen weltbekannten Gitarrenbauer Pagelli.

Christ sieht es positiv. «Ich mache meinen eigenen Weg. Ich bin frei und kann jederzeit neu anfangen.» Und dass er dies kann, hat der 64-Jähige bereits sein ganzes Leben bewiesen. Der gebürtige Basler ist vor mehr als 40 Jahren wegen des Studiums an der HSG in die Ostschweiz gezogen. «Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass ich in der Wirtschaft nicht zu Hause bin», sagt Christ. Noch während des Studiums habe er die Leidenschaft zum Holz entdeckt und begonnen alte Möbel zu restaurieren. Irgendwann habe er mit Skulpturen begonnen. Nachdem er sein Studium beendete, besuchte er die Jazzschule in Bern und wurde Pianist. Er ging zum Zirkus Pic-o-Pello und tingelte mit Peter Brogle’s Schaubude durch die Schweiz. Und nicht nur das. Louis Christ ist unter anderem auch Objektkünstler, Schnitzelbänkler und Humanitärer Helfer. In den 1980er Jahren reiste er für das IKRK, das internationale Komitee vom Roten Kreuz, als Delegierter nach Israel und Westbank of Jordan, nach Äthiopien und Eritrea.

Christ lebt von seiner Kunst und von seinen Auftritten. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger. In seiner Vielseitigkeit sieht er Vorteile. Ungebunden und mit einem guten Netzwerk, dass er sich seit der HSG bewahrt hat kann er tun und lassen, was er will und lebt aus, was andere nicht können. Christ steckt denn auch voller verrückten Ideen. Vor vier Jahren wanderte er auf dem Jakobsweg bis ans Cap Finistère. 101 Tag sei er unterwegs gewesen. Im Gepäck eine rund ein Kilogramm schwere Gitarre in Form einer Jakobsmuschel, eine Gitarre aus seiner Werkstatt. Er habe sein Leben überdenken und in die Zukunft schauen wollen, erzählt Christ. Und eines habe er auf seiner Reise gelernt: «Ich habe gelernt, dass man sein Leben nicht planen darf. Man soll Dinge nehmen wie sie kommen.»

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