Notrufzentrale
Gesellschaft

Besuch in der Notrufzentrale der Kantonspolizei

Wer im Kanton St.Gallen eine Notrufnummer wählt, wird mit der kantonalen Notrufzentrale in St.Gallen verbunden. Diese ist rund um die Uhr besetzt. Die Arbeit der Disponenten ist anspruchsvoll, wie ein Augenschein zeigt.

Im Schnitt gehen täglich 300 Anrufe in der Zentrale ein. Am Wochenende sind es es mehr. Was passiert abends in der Notrufzentrale St.Gallen? Ich durfte mich eine Weile zu Schichtführer Feldweibel Thomas Meier setzen und ihm bei der Arbeit zuschauen.

Nachfolgend ein kleiner Auszug aus der Reportage.

Willkommen zur Nachtschicht

Feldweibel Thomas Meier arbeitet seit 20 Jahren in der Notrufzentrale in St.Gallen. Er sitzt an seinem Tisch, vor ihm eine Computertastatur und vier Monitore. Im Computer kann er alle notwendigen Informationen und Daten abrufen, die Anrufe protokollieren und mit einem Mausklick die richtige Hilfe anfordern, zum Beispiel die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder die Rega. Auf einem der Bildschirme ist eine Karte aufgeschaltet. Auf diesem ist ersichtlich, wo sich die Polizeipatrouillen befinden. Wenn der Anrufer vom Festnetz aus telefoniert, erscheint sein Wohnort auf der Karte. Aus Datenschutzgründen geht das nicht übers Handy. Dazu ist eine Einwilligung des Anrufers notwendig.

Ärger, Verfolgung, Schlägerei

An diesem Abend kommen einige Anrufe rein. In einem Asylbewerber gibt es Ärger, an einem anderen Ort eine Schlägerei. Thomas Meier schickt Polizeipatrouillen an den Ort des Geschehens.

Eine Anruferin meldet, dass sie sich von einem fremden Mann verfolgt fühle. Das sei vor einer Stunde gewesen. «Sie hätte eigentlich sofort anrufen müssen», sagt der Polizist kopfschüttelnd und sucht auf dem Computer nach einer verfügbaren Patrouille, die er zur Anruferin schicken will. «Verdächtige Beobachtungen müssen sofort gemeldet werden. Eine Stunde später ist es einfach zu spät.»

Ungeduldiger Anrufer

Beim nächsten Anruf geht es wieder um das Asylbewerberzentrum. Die anrufende Person reklamiert, dass die Patrouille noch nicht eingetroffen sei. Pro Polizeiregion – im Kanton St.Gallen sind es deren fünf – sind in der Regel drei Fahrzeuge unterwegs. «Manchmal müssen freie Patrouillen aus einer anderen Polizeiregion aushelfen. «Man darf nicht erwarten, dass bereits nach fünf Minuten das Polizeifahrzeug eintrifft», erklärt der Schichtführer. Und mit Blaulicht fahre die Patrouille selten vor.

«Verdächtige Beobachtungen müssen sofort gemeldet werden. Eine Stunde später ist es einfach zu spät.»

Feldweibel Thomas Meier

Von den 108’983 Notrufen, die im Jahr 2017 in der kantonalen Notrufzentrale eingangen waren, sind rund ein Drittel ernsthafte Notfälle. «Darum sprechen wir Polizisten lieber von einer Einsatzzentrale», sagt Thomas Meier. Doch kommt ein richtiger Notfall herein, verlangt das von den Mitarbeitenden einiges ab. «Vorallem bei Fällen mit verletzten oder toten Kindern, die gehen sehr nahe.»

Wer mehr über die Kantonspolizei St.Gallen wissen möchte, findet hier viele Informationen.

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