Schildpatt
Tiere

Katzen bringen Glück

Katzen als Glücksbringer? Warum nicht. In der Geschichte der Menschheit wurde die Katze verehrt. Noch heute schätzen Bauern vor allem die Dreifärber. Doch wurde die Katze im Mittelalter mit Hexen und Hexerei in Verbindung gebracht.

Um die Katze ranken viele Geschichten und Legenden und sind in manch Literatur nachzulesen. So Beispielsweise besagt eine Legende, das die Arche Noah während der Sinflut unter einer Rattenplage litt. Noah ging zum Löwen und fragte ihn um Rat. Nach langem Überlegen, nieste der Löwe eine ganze Katzenschar aus. Eine Überlieferte Geschichte aus Griechenland erzählt, dass der Gott Apoll den Löwen schuf um seine Schwester zu erschrecken. Diese erschuf aus Rache einen Kater, um sich über den König der Tiere lustig zu machen. Tatsache ist, dass vor drei- bis viertausend Jahren im alten Ägypten Katzen gezähmt und im Kampfe gegen Ratten, Mäusen und Schlangen eingesetzt wurden. Sie galten als heilig, wer eine Katze verletzte oder tötete, wurde zum Tode verurteilt. Die Ägypter stellten einige ihrer Götter in Form von Katzen dar, das berühmteste Beispiel ist Bastet, die Göttin der Fruchtbarkeit und Liebe. Verstorbene Katzen wurden in die Residenz– und Tempelstadt Bubastis, im Nildelta, gebracht, einbalsamiert und im Mausoleum beigesetzt. Bei Grabungen entdeckten Archäologen unzählige Katzenmumien.

In vielen anderen Kulturen war die Katze ebenfalls begehrt. Auch heute noch. «Maneki Neko» bezeichnet einen japanischen Glücksbringer aus Porzellan oder Keramik, in Form einer winkenden Katze. Die Winkekatze ist in Japan in allen Farben anzutreffen, am häufigsten jedoch als weisse Figur mit schwarzen und roten Flecken. Solch gefärbte Katzen finden sich gelegentlich auch auf hiesigen Bauernhöfen. Die Dreifärber, Tricolor oder auch Schildpatt genannt, gelten im Volksmund als Glückskatzen. Es handelt sich dabei meist um weibliche Tiere. Wird doch mal ein dreifarbiger Kater geboren, ist er unfruchtbar.

Im Mittelalter haftete der Katze den Ruf des Bösen an und wurde mit dem Hexenkult in Verbindung gebracht. So munkelten die Leute damals, sie habe neun Leben und diene nacheinander acht Herren, den letzten nehme sie mit in die Hölle. Mit der Hexenverfolgung wurden ebenso die Katzen gejagt und getötet. Den Verfolgern gelang es beinahe den Vierbeiner auszurotten. Ratten beanspruchten immer mehr Lebensraum für sich, mit der Pest im Gefolge. Man glaubte zunächst, man könne die Pest dadurch bekämpfen, indem die Katzen den Ratten geopfert werden. Doch die Katzen frassen die Ratten. Diese verschwanden alsbald und mieden Orte, an denen tüchtige Katzen am Werk waren. Im 18. Jahrhundert wurde der Ruf der Katze rehabilitiert. Seither jagt sie auf Bauernhöfen Mäuse. Dabei spielt die Farbe keine Rolle, wie fleissig die Katze ist. Ein gutes Pferd hat keine Farbe besagt ein Sprichwort. Dies kann durchaus auch für Katzen gelten.

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© Melanie Graf

 

 

 

 

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