Kastration von Katzen.
Tiere

Kastration verhindert «Babyboom»

Jeden Frühling und Herbst werden unzählige Katzenbabys auf Bauernhöfen geboren. Katzen, die sich knapp ein Jahr später wieder vermehren und Krankheiten verbreiten können. So beispielsweise die Katzenseuche. Sie verläuft tödlich. Eine gesunde Katze kann sich bei einem infizierten Tier direkt anstecken. Die erkrankte Katze stirbt innerhalb von Stunden oder Tagen.

«Bei Ausbruch auf dem Bauernhof kann das Virus einen ganzen Katzenbestand dahinraffen», sagt Roger Jacober, Tierarzt für Klein- und Nutztiere in Stelz bei Wil. Weniger Gefährlich für die Katze, aber dennoch sehr mühsam ist der Katzenschnupfen. Die Erreger sind in Speichel, Tränenflüssigkeit und Nasensekret. Die Krankheit kann innerhalb von einem bis fünf Tagen ausbrechen. Das kranke Tier zeigt Fieber und auffallend tränende Augen. Der Schnupfen kehrt bei ungeimpften Katzen immer wieder zurück. Die Katzenleukose ist eine gefährliche Viruserkrankung und wird ebenfalls durch direkten Kontakt oder über den Futternapf übertragen. So ist es möglich, dass sogar schon Katzenkinder von ihrer Mutter infiziert wurden. Die Inkubationszeit kann Monate oder gar Jahre betragen. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, ist eine Heilung fast unmöglich.

Um Katzen vor Krankheiten zu schützen empfiehlt der Tierarzt die Tiere impfen zu lassen. Die Grundimmunisierung ist nach einer Wiederholungsimpfung nach etwa drei Wochen abgeschlossen. Eine jährliche Impfwiederholung schützt vor diesen Krankheiten. Das Feline Immunschwäche Virus, besser bekannt als «Katzenaids», wird durch Bisse auf andere Katzen weitergegeben und kann nur im Blut nachgewiesen werden. Ähnlich wie beim Menschen, können auch infizierte Katzen trotz der Krankheit Jahre ohne Auffälligkeit oder Anzeichen einer Krankheit leben. Da Tiere mit «Katzenaids» und Katzenleukose ansteckend für andere Katzen seien, müssten sie deshalb entweder in Einzelhaft im Haus gehalten oder euthanasiert, also eingeschläfert werden, sagt Jacober.

Ein unkontrollierter Katzenbabyboom auf dem Bauernhof begünstigen die Verbreitung von Krankheiten. Eine Katze kann bis dreimal im Jahr zwei bis fünf Junge werfen. Eine Kastration verhindert einen unkontrollierten Katzenzuwachs und Inzucht. Zudem markieren unkastrierte Kater ihr Revier, was mit einem üblen Geruch verbunden ist. Eine Kastration hat keine negativen Auswirkungen auf das Jagdverhalten des Tieres. Jacober meint dazu: «Eine Katze die gerne Mäuse fängt, fängt diese auch nachher noch.» Er fügt an, dass nur eine gesunde Katze ein guter Jäger sei. Auch ist heutzutage kein Unterschied mehr zwischen Frühjahrskatzen und Herbstkatzen festzustellen. Das Vorurteil Frühjahrskatzen seien robuster hat keine Gültigkeit mehr. Früher sei es sicher so gewesen, dass die Überlebenschancen für Frühjahrskatzenkinder besser gewesen seien, sagt der Tierarzt und erklärt, dass die Katzenmutter im Frühling die besseren Möglichkeiten habe um Mäuse zu fangen und daher mehr Milch gibt. «Durch das Zufüttern sind die Herbstkatzen nicht anfälliger auf Krankheiten», weiss Jacober.

Bild: Pexels.com

Katzen bringen Glück. Warum? Lesen Sie hier…

© Melanie Graf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.