Madonna von Magdenau
Geschichte

Die vergessene Madonna

Viele Jahre verbrachte sie in einer Nische im Zisterzienserinnenkloster Magdenau, im Dunklen verborgen, unbeachtet. Als man sie fand, war ihr grober Leinenrock zerissen, ihre Haut schmutzig, ihr Haar zerzaust. Die Madonna mit ihrem Kind wurde nun aufgefrischt, neu eingekleidet und steht heute in einer Hochvitrine im Gästetrakt des Klosters unter dem Emblemzyklus. Ihre silberne Krone, das Zepter und der Reichsapfel sind Zeichen ihrer Herrschaft. Der Reichsapfel trägt das Wappen der Magdenauer Äbtissin M.Cäcilia Dietrich (1685-1719) und macht damit eine ungefähre zeitliche Zuordnung der Figur möglich.

Seit mehreren Jahren sortierten ehrenamtliche «Archivmäuse» die alten Kulturgüter des Klosters. Es handelt sich um sakrale Objekte wie Reliquiare, Kästchen, Tafeln, Kapseln und Medaillons und um sehr alte und wertvolle Urkunden, die zum Teil seit den Anfängen des Zisterzienserinnenklosters 1244 in dessen Archiv lagerten. Die Objekte waren gut erhalten. Die Siegel wiesen allerdings oft witterungs- und lagerungsbedingte Schäden auf. Die «Archivmäuse» liessen die Gegenstände konservieren und zum Teil restaurieren. Die Konservierung der Objekte und Urkunden wurde nur durch die finanzielle Unterstützung von verschiedenen Institutionen und Stiftungen, sowie Spenden zahlreicher Privatpersonen möglich.

Der Klosterschatz hat in, vom Freundeskreis Kloster Magdenau gestifteten Vitrinen Platz gefunden. Die Urkunden werden demnächst ins Staatsarchiv St.Gallen überführt. Dort werden sie digitalisiert und mikroverfilmt. Die fast vergessene Madonna wurde restauriert und ins Licht gerückt.

 

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 © Melanie Graf

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